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Inglourious Basterds vs. Nazideutschland

Juni 19th, 2009 von LarsVegas

Quentin Tarantino kam aus dem Nichts – und erbaute sich sein eigenes kleines Imperium der Nerdigkeit. Im Land der Filmversessenen wäre Tarantino ein König. Seine Hingabe ans Kino gebar ihm ein kleines Töchterchen („Reservoir Dogs“), das sich zum vielbeachteten Debut entwickelte, sowie einen stattlichen, wunderschönen Sohn („Pulp Fiction“), der bis heute zu den besten Filmen aller Zeiten gehört. „Jackie Brown“ hingegen war vielen Fans zu „speziell“, „Kill Bill“ zu wüst und „Death Proof“ zu selbstverliebt. Das ehemalige Wunderkind sah sich plötzlich unverhoffter Kritik ausgesetzt, die es nun zu mundtot zu machen gilt.

Und wie? Na mit „Inglourious Basterds“, einer rotzfrechen Antwort auf die „Saving Private Ryans“ dieser Welt. Die Basterds, das sind unter anderem Brad Pitt, Eli Roth und Til Schweiger, die sich dem Kampf gegen Nazi-Abschaum (u.a. gespielt von Christoph Waltz und Daniel Brühl) verschrieben haben. Hinter den feindlichen Linien haben sie nur eine Mission vor Augen: möglichst viele Nazis mit in den Tod reißen. „Inglourious Basterds“ spielt folglich während des Zweiten Weltkriegs und nimmt – wie bei Tarantino üblich – bei der Gewaltdarstellung kein Blatt vor die Linse, auch wenn diesmal keine Tabus überschritten werden. Da werden dann schon mal Nazi-Offiziere per Baseballschläger zu Tode geprügelt und Köpfe skalpiert, unterlegt mit zynischen Kommentaren – die FSK wird sich freuen.

Parallel zur Haupthandlung versucht die Jüdin Shosanna ihre ermordete Familie zu rächen. Als Leiterin einen Pariser Kinos bringt sie in Erfahrung, dass für Hitler und einigen hochrangigen Stabsmitgliedern eine Filmvorführung in ihrem Kino stattfinden soll. Wie es der Zufall will treffen in „Inglourious Basterds“ die beiden Handlungsstränge aufeinander, sodass den „Basterds“ eine hervorragende Möglichkeit geboten wird, ihren Trieben und ihrer Mission nachzugehen. Vielleicht wird „Inglourious Basterds“ sogar die Geschichte neu schreiben. Oder um es anders zu sagen – für Hitler wird der Kinofilm mit einem echten Knaller enden…

Die fertige Fassung präsentierte Tarantino kürzlich in Cannes, wo die Presse jedoch kein gutes Haar an dessen Weltkriegsfantasie ließ. Viele bemängelten die Länge des Films und die stellenweise zu ausgedehnten Dialoge, ein Kritiker schrieb sogar, „Inglorious Basterds“ ziehe sich wie Kaugummi. Gute 160 Minuten soll die endgültige Kinofassung von„Inglourious Basterds“ auf die Waage bringen. Kein Wunder, „Inglourious Basterds“ liegt ein 222 Seiten starke Vision zu Grunde, die nach Meinung von Quentin Tarantino locker für drei Filme hätte reichen können. Doch abseits der Kritik gab es auch erfreuliche Meldungen: Der Österreicher Christoph Waltz gewann für die Rolle des Hans Landa 2009 den Darstellerpreis der 62. Filmfestspiele von Cannes und spielte so Schauspielgrößen wie Brad Pitt an die Wand.

Wie „Inglourious Basterds“ in Deutschland aufgenommen wird wissen wir spätestens am 20.August 2009, denn dann soll der Streifen in unsere Kinos kommen. Angeblich hat Tarantino seitens des Studios die Vorgabe erhalten, seinen Film für den Kinostart zu schneiden – die Cannes-Version kriegen wir also eher nicht zu Gesicht. Wer sich vorab schon mal ein Bild machen möchte, sollte sich diesen Inglourious Basterds-Clip nicht entgehen lassen.

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Geschrieben in Allgemein | 2 Kommentare »

2 Kommentare

  1. Inglourious Basterds vs. Nazideutschland | Fashion-Starblogger.de Sagt:

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  2. Mark Sagt:

    Ich bin total gespannt auf den neuen Film „Inglourious Basterds“.
    Mir ist egal, was andere sagen. Ich finde nachwievor, das Quentin Tarantino einer der größten ist.

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